Es gibt einen Bereich der Kardiologie, der sich dem elektrischen System des Herzens widmet — die Elektrophysiologie. Sie ermöglicht es, bestimmte Herzrhythmusstörungen unmittelbar an ihrem Ursprung im Herzen zu behandeln, und sie ist der Schwerpunkt, der diese Praxis prägt: Die hier beschriebenen Eingriffe führt Dr. med. Omar Anwar selbst durch.
Viele Herzrhythmusstörungen entstehen an einer umschriebenen Stelle im Herzen — einem Punkt oder einer Bahn, an der elektrische Impulse falsch entstehen oder kreisen. Die Elektrophysiologie macht diese Stellen sichtbar und behandelt sie gezielt. In einer elektrophysiologischen Untersuchung wird der Herzrhythmus von innen vermessen: Über dünne Katheter, die durch ein Blutgefäß zum Herzen geführt werden, lässt sich der Ursprung einer Rhythmusstörung Punkt für Punkt aufspüren.
Ist die Quelle gefunden, kann sie in vielen Fällen in derselben Sitzung behandelt werden — die Katheterablation. Dabei wird das winzige Areal, von dem die Störung ausgeht, gezielt verödet, sodass der fehlerhafte Impuls nicht mehr entstehen oder weiterlaufen kann. Dafür stehen heute verschiedene Energiequellen zur Verfügung, die je nach Rhythmusstörung und individueller Situation gewählt werden: die Radiofrequenzablation, die mit gezielter Wärme arbeitet, die Kryoablation, die das Gewebe punktgenau vereist, und die neuere Pulsed-Field-Ablation, ein nicht-thermisches Verfahren, das mit kurzen elektrischen Feldern arbeitet und dabei vor allem das Herzmuskelgewebe anspricht, während umliegende Strukturen weitgehend geschont werden. Welche Energieform im Einzelfall die passende ist, richtet sich nach der Art der Rhythmusstörung und den anatomischen Gegebenheiten.
Bei bestimmten Formen des Vorhofflimmerns geschieht die Behandlung als Pulmonalvenenisolation, bei der die elektrischen Auslöser an den Mündungen der Lungenvenen vom übrigen Vorhof abgeschirmt werden.
Die Katheterablation ist heute bei mehreren Rhythmusstörungen ein etabliertes und oft bevorzugtes Verfahren — bei anfallsartigen supraventrikulären Tachykardien, bei Vorhofflattern und bei bestimmten Formen des Vorhofflimmerns, bei denen die Leitlinien sie inzwischen früh empfehlen. Ob sie im Einzelfall der richtige Weg ist, hängt von der Art der Rhythmusstörung, den Beschwerden und dem Gesamtbild ab — und ist eine Entscheidung, die in Ruhe und gemeinsam getroffen wird.
Ein verödeter Herd ist behoben — doch das Milieu, das die Rhythmusstörung begünstigt hat, bleibt oft bestehen. Hoher Blutdruck, ein gestörter Stoffwechsel, Entzündungsprozesse, ein aus dem Gleichgewicht geratenes vegetatives Nervensystem: Diese Faktoren entscheiden mit darüber, ob eine Rhythmusstörung wiederkehrt. Genau hier verbindet sich die interventionelle Präzision mit dem funktionellen Blick dieser Praxis — der Eingriff behebt die Störung, und die Arbeit an ihren Wurzeln schützt das Ergebnis. Studien zeigen, dass eine konsequente Behandlung dieser Faktoren die Erfolgsaussichten einer Ablation verbessert. Beides zusammen ist mehr als jedes für sich.
Vor einem Eingriff steht die genaue Abklärung: das EKG und das Langzeit-EKG, um die Rhythmusstörung zu dokumentieren, die Ultraschalluntersuchung des Herzens und die erweiterte Labordiagnostik, um die Bedingungen zu erfassen, unter denen sie auftritt. So entsteht ein vollständiges Bild — von der elektrischen Störung selbst bis zu den Faktoren, die sie nähren.
Wer unter Herzrasen oder einer bekannten Rhythmusstörung leidet und wissen möchte, ob ein elektrophysiologischer Eingriff infrage kommt, ist zu einem Gespräch eingeladen. Termine lassen sich telefonisch, per E-Mail an [email protected] oder über die Website vereinbaren; die Praxis liegt am Jungfernstieg in Hamburg.
Mehr zu den Rhythmusstörungen selbst: Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Mehr zum grundsätzlichen Ansatz: funktionelle Kardiologie.