Jede Diagnostik beantwortet zwei Fragen. Die erste ist die vertraute: Liegt eine Erkrankung vor, und wie weit ist sie fortgeschritten? Die zweite wird seltener gestellt, ist aber für den Verlauf oft entscheidend: Was treibt sie an? Die funktionelle Diagnostik dieser Praxis stellt beide — und das verändert, was am Ende sichtbar wird. Denn was gemessen wird, entscheidet darüber, was man erkennt.
Den Kern bildet die etablierte kardiologische Diagnostik. Die Echokardiographie, die Ultraschalluntersuchung des Herzens, zeigt Struktur und Funktion — wie die Kammern arbeiten, wie die Klappen öffnen und schließen, wie kräftig das Herz pumpt und wie gut es sich füllt. Das Langzeit-EKG zeichnet den Herzrhythmus über Stunden bis Tage auf und macht Störungen sichtbar, die nur zeitweise auftreten. Die Langzeit-Blutdruckmessung erfasst den Druck über den Tag und die Nacht und zeigt Muster, die eine einzelne Messung verbirgt. Wo eine genauere Beurteilung der Herzkranzgefäße nötig ist, steht in Kooperation mit spezialisierten Partnern die moderne Schnittbildgebung zur Verfügung, bis hin zur Photon-Counting-Computertomographie, die die Gefäße mit hoher Auflösung und geringer Strahlendosis darstellt.
Darüber hinaus reicht die funktionelle Diagnostik in die Ebene der Ursachen. Das gewöhnliche Lipidprofil wird ergänzt um Marker, die das kardiovaskuläre Risiko genauer fassen: das Apolipoprotein B, das die Zahl der gefäßschädigenden Partikel abbildet, und das Lipoprotein(a), eine weitgehend erblich festgelegte Größe, die das Risiko für Gefäßverkalkung und Klappenerkrankungen mitbestimmt und in der Standarduntersuchung oft fehlt. Hinzu kommen Marker der Entzündung, die heute als eigenständiger Treiber der Arteriosklerose gilt, sowie Hinweise auf oxidativen und nitrosativen Stress — jene Belastung der Zellen durch reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen, die das Endothel schädigt und die Gefäßalterung vorantreibt. Auch der Zuckerstoffwechsel wird über den reinen Blutzucker hinaus betrachtet, weil eine Insulinresistenz das Herz lange vor auffälligen Zuckerwerten belastet.
Aus diesem Bild ergibt sich, was zu tun ist. Manchmal ist es die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist. Manchmal ist es die Entdeckung eines Treibers, an dem sich ansetzen lässt, bevor er Schaden anrichtet. Und oft ist es beides zugleich — ein bestätigter Befund und das Verständnis dafür, was ihn nährt. Die Diagnostik ist damit nicht der Endpunkt, sondern der Anfang: Sie macht aus einem Befund einen Plan.
Wer sein Herz umfassend untersuchen lassen möchte — als Standortbestimmung oder zur Abklärung konkreter Beschwerden —, ist zu einem ersten Termin eingeladen. Die Praxis am Jungfernstieg in Hamburg ist telefonisch, per E-Mail an [email protected] oder über die Website erreichbar.
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